Gedichte über Körperkultur und Sport

 
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Pindar Fünfte Olympische Hymne Hoher Tugenden...
Ringelnatz, Joachim Ruf zum Sport Auf ihr steifen und verdorrten...
 

 


Pindar

Ruf zum Sport

Strophe

Hoher Tugenden und
Olympischer Kränze
Süße Blüten empfange,
Tochter des Ozeans,
Mit freudewarmen Herzen;
Sie, unermüdeter Mäuler
Und des Psaumis Belohnung,
Der, deiner Stadt Preis erwerbend,
Bevölkertes Kamarina,
Auf sechs Zwillingsaltären
Verherrlichte die Feste der Götter
Mit stattlichen Rindopfern
Und Wettstreits fünftägigen Kampf
Auf Pferden, Mäulern und Springrossen
Dir aber siegend
Lieblichen Ruhm bereitete,
Da seines Vaters Akrons
Name verkündet ward
Und deiner, neubewohnte Stätte.

Antistrophe

Und neu herwandelnd
Von des Oenomaus
Und des Pelops lieblichen Gründen,
Völkerschützerin Pallas,
Besingt er deinen heiligen Hain,
Des Oanis Fluten,
Des Vaterlands See
Und die ansehnlichen Gänge,
In welchen die Völker
Hipparis tränket,
Schnell dann befestigt er
Wohlgegründeter Häuser
Hocherhabne Gipfel -
Führt aus der Niedrigkeit
Zum Licht 'rauf sein Bürgervolk.
Immer ringet an der Tugend Seite
Müh und Aufwand
Nach gefahrumhülltem Zwecke.
Und die Glücklichen
Scheinen weise den Menschen.

Epode

Erhalter, wolkenthronender Zeus,
Der du bewohntest Kronions Hügel,
Ehrest des Alpheus breitschwellende Fluten
und die Idäische heilige Höhle,
Bittend tret' ich vor dich
In Lydischen Flötengesang,
Flehe, daß du der Stadt
Manneswerten Ruhm befestigst.
Du dann, Olympussieger,
Neptunischer Pferde
Freudmutiger Reiter,
Lebe heiter dein Alter aus,
Rings von Söhnen, o Psaumis, umgeben.
Wem gesunder Reichtum zufloß
Und Besitztums Fülle häufte
Und Ruhmnamen drein erwarb,
Wünsche nicht, ein Gott zu sein.

Aus dem Griechischen von Johann Wolfgang von Goethe

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Joachim Ringelnatz

Ruf zum Sport

Auf ihr steifen und verdorrten
Leute aus Büros,
Reißt euch mal zum Wintersporten
Von den Öfen los.
Bleiches Volk an Wirtshaustischen,
Stellt die Gläser fort.
Widme dich dem freien, frischen,
Frohen Wintersport.

Denn er führt ins lodenfreie
Gletscherfexlertum
Und bedeckt uns nach der Reihe
All mit Schnee und Ruhm.

Doch nicht nur der Sport im Winter,
Jeder Sport ist plus,
Und mit etwas Geist dahinter
Wird er zum Genuß.

Sport macht Schwache selbstbewußter,
Dicke dünn, und macht
Dünne hinterher robuster,
Gleichsam über Nacht.

Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine,
Kürzt die öde Zeit,
Und er schützt uns durch Vereine
Vor der Einsamkeit,

Nimmt den Lungen die verbrauchte
Luft, gibt Appetit;
Was uns wieder ins verrauchte
Treue Wirtshaus zieht.

Wo man dann die sporttrainierten
Muskeln trotzig hebt
Und fortan in illustrierten
Blättern weiterlebt.