Gedichte über Krankheit und Tod

 
   
Anonym Die Kindsmörderin Joseph, lieber Joseph...
Anonym Ein Alt Totenlied So fährt im Herbst...
Anonym Ein regiment von der gesuntheyt des leibs
mensch, wiltü pleyben...
Claudius, Matthias Der Tod und das Mädchen Vorüber! Ach, vorüber...
Donne, John Sonett an den Tod Tod, sei nicht stolz...
Goethe, Johann Wolfgang Ein Gleiches Über allen Gipfeln...
Gryphius, Andreas Trawrklage des Autoris Ich bin nicht / der ich war...
Holland, Henry Scott - Death is nothing at all ...
Jacobi, Johann Der Tod Ach, es ist so dunkel...
Logau, Friedrich Fröhlicher Tod Es ist ein fröhlich Ding...
Opitz v.Boberfeld, Martin Das Fieberliedlein Nechst als zugleiche...
Péguy, Charles Pierre Auf der anderen Seite des Weges Der Tod ist nichts...
Po Chü-I Krankheit FREUNDE, Ihr solltet...
Seidel, Heinrich Die Kinder im Schnee Ein Winterabend...
Stoltze, Friedrich Beängstigende Erlebnisse... Im schönen Park zu...
Uhland, Ludwig Auf den Tod eines Kindes
Du kamst, Du gingst...
 


Anonym

Die Kindsmörderinn

Joseph, lieber Joseph, was hast du gedacht,
daß du die schöne Nanerl ins Unglück gebracht!

Joseph, lieber Joseph mit mir ist's bald aus,
und wird mich bald führen zu dem Schandthor hinaus.

Zu dem Schandthor hinaus auf einen grünen Platz,
da wirst du bald sehen, was die Lieb hat gemacht.

Richter, lieber Richter, richt nur fein geschwind,
ich will ja gern sterben, daß ich komm zu meinem Kind.

Joseph, lieber Joseph, reich mir deine Hand,
ich will dir verzeihen, das ist Gott wohl bekannt.

Der Fähnrich kam geritten und schwenket seine Fahn,
halt still mit der schönen Nanerl, ich bringe Pardon!

Fähnrich, lieber Fähnrich, sie ist ja schon todt.
Gut Nacht, meine schöne Nanerl, deine Seel ist bei Gott
.

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Anonym

Ein Alt Totenlied

So fährt im Herbst der Abendwind
Wohl über die breite Heide
Und reißt die Blumen ab geschwind
Zu unserm tiefen Leide.
Verschwunden unserm Angesicht
Sieht man gar bald die Stätte nicht,
Wo Gras und Blumen gestanden.

Nun fliehe denn aus eurem Sinn
Das traurige Seufzen und Klagen hin
Und ziehet eure Straßen.
Denk wohl dabei, es währt nicht lang,
So wird man uns bei Sang und Klang
Gleichfalls der Erde lassen.

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Anonym

Ein regiment von der gesuntheyt des leibs

mensch, wiltü pleyben lang gesunt,
Dein leben fristen manche stünt,
So fleys dich gottes müter vil
Vnd hab rüe jn des tages zil
vnd treyb al swere sorg von dir,
Das frist dich wol, das glaub dü mir.
Wan zorn vnd grein vnd gros vnmüt
Schadt deinem leib vnd deinem plüt.
ein trawrigs hercz vnd steter zorn,
ein mensch, der sein frewd hat verlorn,
Die drew den menschen vast ver zern
vnd im ein kurtzes end beschern.
pis messig mit der abent speys,
darnach erge dich, pistü weys.
mittag schlaffen dü meiden sollt,
vir seucht darnach kümen gar polt:
Die kalte sucht vnd auch des hauptes leit.
Nach dem pad aüff das wermbst dich halt
vnd nach dem aderlassen kalt.
Den deinen harm halt nit zü lang,
dem pauch tüe auch nit zü trang;
verhelst den wint, pringt leybes not.
vir seucht pringen dich in den todt:
Der krampf, wassersucht dich bestan,
permuter, wirbelsücht zü grab mit gan.
Zymlich hunger vnd turst güt ertzney ist,
aber groß hunger schadt al frist.
mit einem trunck den türst nit lescht,
trinck wenig vnd offt,so pleybstü fest.
nach dem pad vbrig trunck las pleybenn;
Dan lang gepat ist vngesunt.
Die haissen pad vermeyd alstunt.
trinck nit an durst,iß nit an hunger,
wiltü seucht meyden,alt vnd junger.
halt kein dinck in dem pauch mit gewalt,
wiltü der jar hie werden alt,
so soltü nach dm nachtmal sten
oder nach lüst spacziren gen
vnd solt dich nit ee legen slaffenn.
mer lewt vom abentmal zü grab sint tragen
wen der, die mit dem swert sein erslagenn.
des morgens früe dü deinen augen
Solt sauber machen mit der laugen.
Dein hendt soltü auch waschen paldt
vnd kem dein har, so wirstu alt;
Das gibt dem hirn gut maysterschafft
vnd sterckt die sin mit ganczer krafft.
Jm sumer soltü früe aüff stan,
got dienen vnd zü kirchen gan,
nach der messen spacziren gen,
wiltü des lebens sorge sten,
vnd geyt dir frewd vnd lüsperkeit
Vnd helt dich wol in der gesuntheyt.
Vnd wan dein speys berayt dan ist,
das zympt dem magen vnd dem leib geit frist.
wiltü werden alt,als ich wolt,
Vier schedlich seucht dü meyden solt:
Vil schlaffen, groß kelt, vbrig tranck,
betruptnus machen menschen kranck.
Du solt nit full mit full vertreyben,
wiltü an dem leyb gesunt pleyben.-
Die ler gab aristetiles also
Zü lieb dem künig allexandro.

Ein Regiment: Eine Anweisung für die Gesundheit des Leibes

Mensch, willst du lange gesund bleiben,
dein Leben lange Zeit erhalten,
so wende dich fleissig an die Gottesmutter
und raste am Ende des Tages
und mach dich los von all drückenden Sorgen,
das erhält dich gesund, glaube mir.
Denn Zorn und Jammern und großer Ärger
schaden deinem Leib und deinem Blut.
Ein betrübtes Herz und anhaltender Grool,
ein Mensch, der sich nicht mehr freuen kann,
diese drei Dinge zehren den Menschen rasch aus
und bescheren ihm ein baldiges Ende.
Sei mäßig mit dem Abendessen
geh danach spazieren, wenn du klug bist.
Mittags zu schlafen sollst du vermeiden,
es zieht vier Krankheiten rasch nach sich:
Fieber (mit Schüttelfrost) und Mattheit, Katarrh und Kopfweh.
Nach dem Bad halt dich so warm es geht
und nach dem Aderlassen kalt.
Halt deinen Harn nicht zu lange zurück,
tu auch dem Leib keinen Zwang an;
verhältst du die Winde,
so verursacht das Leibschmerzen.
Vier Krankheiten ringen dir den Tod:
Krampf, Wassersucht fallen dich an,
Kolok, Fallsucht bringen dich ins Grab.
Hunger und Durst in Maßen sind ein gutes Heilmittel,
aber grosser Hunger ist immer schädlich.
Lösch den Durst nicht mit einem einzigen Trunk,
trink wenig und oft, dann wirst du nicht schwammig.
Laß nach dem Bad übermäßiges Trinken.
Fühlst du dich krank, sollst du nicht baden;
auch ist langes Baden ungesund.
Nimm nie heisse Bäder.
Trink nicht ohne Durst,iss nicht ohne Hunger,
wenn du Krankheiten vermeiden willst,
ob du alt bist oder jung.
Halte nichts gewaltsam im Leib zurück.
Wenn du ein hohes Alter erreichen willst,
so sollst du nach dem Abendessen stehen oder,
wenn du magst, spazierengehen und sollst dich nicht schlafen legen,
bevor sich das Essen recht gesetzt hat.
Mehr Leute sind vom Abendessen weg zu Grabe getragen
als mit dem Schwert erschlagen worden.
Morgens früh sollst du deine Augen mit klar machen.
Du sollst auch sogleich die Hände waschen und das Haar kämmen,
dann erreichst du ein (hohes) Alter;
es gibt dem Hirn große Leistungsfähigkeit
und macht die Sinne stark und kräftig.
Im Sommer sollst du früh aufstehen,
Gott dienen und in die Kirche gehen,
nach der Messe spazieren gehen,
wenn du um deine Gesundheit nicht besorgt sein möchtest,
es gibt dir Freude und Unbeschwertheit
und hält dich bei guter Gesundheit.
Und wenn dann dein Essen fertig ist,
bekommt es dem Magen und gibt dem Leib Zeit.
Willst du so alt werden, wie ich gern wollte
so meide vier schädliche Krankheiten:
viel Schlaf, große Kälte, übermäßiges Trinken,
Traurigkeit machen den Menschen krank.
Du sollst nicht eine Völlerei durch die andere ablösen,
wenn du am Leib gesund bleiben willst.
Diese lehre erteilte Aristoteles in dieser Form dem geliebten König Alexander.


Quelle

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Matthias Claudius

Der Tod und das Mädchen

Das Mädchen
Vorüber! Ach, vorüber!
Geh wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh Lieber!
Und rühre mich nicht an.

Der Tod
Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
Bin Freund, und komme nicht, zu strafen.
Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen!


Quelle

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John Donne

Sonett an den Tod

Tod, sei nicht stolz, hast keinen Grund dazu,
Bist gar nicht mächtig stark, wie mancher spricht:
Du tust uns nichts; auch mich tötest du nicht.
Die du besiegt wähnst, warten nur in Ruh.

Wenn schon der Schlaf, dein Abbild, Freude leiht,
Welch hohe Lust muss aus dir selbst gedeihn.
Und gehn auch unsre Größten zu dir ein –
Die Asche fault, die Seele ist befreit.

Du Sklav des Fürsten, des Verzagten Knecht,
Der falsch durch Gift, durch Krieg und Krankheit siegt:
Wenn schon ein Schlaftrunk uns in Schlummer wiegt,
Und besser als dein Streich, wie prahlst du schlecht!

Nach kurzem Schlaf erwachen wir zur Ruh –
Und mit dem Tod ists aus: Tod, dann stirbst du.

Aus dem Englischen von Richard Flatter


Quelle

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Johann Wolfgang von Goethe

Ein Gleiches

Über allen Gipfeln
Ist Ruh',
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.


Quelle

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Andreas Gryphius

Trawrklage des Autoris / in sehr schwerer Kranckheit

Jch bin nicht/ der ich war / Die kräffte sind verschwunden!
Die Glieder sind verdorrt wie ein verbrannter Grauß/
Hier schawt der schwartze Todt zu beyden Augen auß.
Nichts wird als Haut vnd Bein mehr an mir vbrig funden.
Der Athem wil nicht fort; die Zung steht angebunden.
Mein Hertz das vbersteht numehr den letzten Strauß.
Ein jeder / der mich siht / spürt daß das schwache Hauß /
Der Leib wird brechen ein / gar inner wenig Stunden/
Gleich wie die Wiesenblum früh mit dem Liecht der Welt
Hervor kombt / vnnd noch eh der Mittag weggeht / fält;
So bin ich auch benetzt mitt Thränentaw ankommen:
So sterb ich vor der Zeit: O Erden gutte nacht!
Mein Stündlein laufft herbey! nun hab ich außgewacht/
Vnd werde von dem Schlaff des Todes eingenommen!

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Henry Scott Holland

Death is nothing at all.
I have only slipped away into the next room.
I am I and you are you.
Whatever we were to each other,
that we still are.

Call me by my old familiar name.
Speak to me in the easy way
which you always used.
Put no difference in your tone.

Wear no forced air of solemnity or sorrow.
Laugh as we always laughed
at the little jokes we enjoyed together.
Play, smile, think of me, pray for me.

Let my name be ever the household word
that it always was.
Let it be spoken without affect,
without the trace of a shadow on it.

Life means all that it ever meant.
It is the same that it ever was.
There is absolutely unbroken continuity.
Why should I be out of mind
because I am out of sight?
I am waiting for you,
for an interval,
somewhere very near,
just around the corner.
All is well.


Quelle

 

Auf der anderen Seite des Weges

Der Tod ist nichts,
ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.

Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht keine andere Redeweise,
seid nicht feierlich oder traurig.

Lacht weiterhin über das,
worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich,
betet für mich,
damit mein Name ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgendeine besondere Betonung,
ohne die Spur eines Schattens.

Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Weshalb soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

Aus dem Englischen von ?

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Johann Georg Jacobi

Der Tod

Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,
Tönt so traurig, wenn er sich bewegt
Und nun aufhebt seinen schweren Hammer
Und die Stunde schlägt.

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Friedrich von Logau

Fröhlicher Tod

Es ist ein fröhlich Ding um aller Menschen Sterben:
Es freuen sich darauf die gerne reichen Erben -
Die Priester freuen sich, das Opfer zu genießen -
die Würmer freuen sich an einem guten Bissen -
die Engel freuen sich, die Seelen heimzuführen -
der Teufel freuet sich, im Fall sie ihm gebühren.

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Martin Opitz von Boberfeld

Das Fieberliedlein

Nechst als zugleiche lagen
Zwey lieb in fiebers schmertz /
Sprach er: ich bin zutragen
Für dich bereit / mein hertz/
Für dich bin ich bereit zu leiden/
Vnd soll sich meine Seele scheiden.

Er lag in heisser flammen /
Die Sprache ließ schon nach /
Die Hitze kam zusammen /
Der Puls schlug sehr gemach;
Empfund doch mitten in dem leiden/
Weil er bey jhr wahr /lust vnd freuden.

Sie schlug die augen nieder/
Als fiel er in den todt/
Er wandte hin vnd wieder
Sein Haupt in letzter noth/
Sein Hertz wurd matt / die adern sprungen /
Der Geist würd auß zufahrn gezwungen.

Sie sprach : mein lieb / mein leben /
Jch schwimme wegen dein /
Vnd ich /er sagt / muß geben
Für dich mein Seelelein.
So ist er in der Schoß gestorben/
Die er so treulich hatt erworben.

[1624]



Quelle

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Po Chü I

Krankheit

FREUNDE, Ihr solltet das Mitleid bezwingen;
denn Anlaß ist nicht gegeben:
Es wird mir von Zeit zu Zeit schon gelingen,
auch einmal auswärts zu leben.
Was zählt, ist allein ein beweglicher Geist,
mit den Füßen hat’s keine Not:
Zu Lande man in der Sänfte reist
und auf dem Wasser im Boot!

Aus dem Chinesischen von Franziska Meister

geschrieben etwa 842 n. Chr., als er gelähmt war


Quelle

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Heinrich Seidel

Die Kinder im Schnee

Ein Winterabend still und kalt. -
Drei Kinder wandern durch den Wald.

Sie gingen schon oft den Weg allein -
Heut flimmert der Mond mit irrem Schein.

Der Pfad, der sonst so kurz nach Haus, -
heut mündet er nimmer zum Wald hinaus.

Die kleinen Beinchen schreiten voran.
Da ragt empor der finstre Tann.

Sie laufen zurück und hin und her -
Sie finden im Schnee den Weg nicht mehr.

Es weinen die Kleinsten, wohl irrten sie weit.
Kalt ist die Nacht und Schlafenszeit!

Sieh dort, unter Wurzeln ein trocknes Hohl,
Da bettet das Schwesterchen beide wohl.

Trägt Moos und Laub zu ihrer Ruh
Und deckt mit dem eignen Tüchlein sie zu.

Die Nacht ist kalt, vom Mond erhellt, -
Es funkeln die Sterne am Himmelszelt.

Man hat sie gesucht mit Rufen und Schrein,
Man hat sie gefunden bei'm Morgenschein.

Die beiden Kleinen, sie schlafen fest,
Aneinandergeschmiegt im warmen Nest.

Den Arm gerafft voll Laub und Moos,
So fand man die andre bewegungslos.

So lag sie im Schnee - die Wangen rot,
Die hatte geküßt der eisige Tod.


Quelle

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Friedrich Stoltze


Beängstigende Erlebnisse eines erholungssuchenden Engländers in einem deutschen Kurort

Im schönen Park zu Soden schritt
ein Englishman, ein feiner,
und hintennach auf Schritt und Tritt
beständig folgt ihm einer.

Es war ein Mann im blauen Rock
mit einem gelben Kragen,
und einen dicken Haselstock
tat in der Hand er tragen.

Und durch den Park die Kreuz und Quer,
zum Kursaal und zum Sprudel,
läuft er beständig hinterher
wie seinem Herrn der Pudel.

Er steigt ihm nach zum Batzenhaus
ihm nach zu den drei Linden
und selbst bis Altenhain hinaus
und Cronthals grünen Gründen.

Und endlich ward das doch zu toll
dem armen Engeländer
er fuhr herum und schrie: „Was uoll
Sie Himmelsappermenter?

Goddam! You lauft mir nach und renn,
wo laß ich sehn und blicken!
Was uol? Ich sein ein Englishman,
das hör sie uol am speaken!"

Doch der in seinem blauen Rock
mit seinem gelben Kragen
und seinem dicken Haselstock
tat also zu ihm sagen:

„Ihr scheinet sehr verdächtig mir,
nicht weil Ihr Englisch schmuhstet;
doch seid Ihr vierzehn Tag' schon hier
und habt noch nicht gehustet!"


Quelle

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Ludwig Uhland

Auf den Tod eines Kindes

Du kamst, Du gingst mit leiser Spur,
ein flücht'ger Gast im Erdenland;
woher? Wohin? Wir wissen nur:
Aus Gottes Hand in Gottes Hand.


Quelle