Italienische Lyrik

   
Leopardi, Giacomo L'Infinito Immer lieb war...
 

Giacomo Leopardi

L'Infinito

Immer lieb war mir diese einsame
Hügel und das Gehölz, das fast ringsum
Ausschließt vom fernen Aufruhn der Himmel
Den Blick. Sitzend und schauend bild ich unendliche
Räume jenseits mir ein und mehr als
Menschliches Schweigen und Ruhe vom Grunde der Ruh.
Und über ein Kleines geht mein Herz ganz ohne
Furcht damit um. Und wenn in dem Buschwerk
Aufrauscht der Wind, so überkommt es mich, daß ich
Dieses Lautsein vergleiche mit jener endlosen Stillheit.
Und mir fällt das Ewige ein
Und daneben die alten Jahreszeiten und diese
Daseiende Zeit, die lebendige, tönende. Also
Sinkt der Gedanke mir weg ins Übermaß. Unter-
Gehen in diesem Meer ist inniger Schiffbruch.

Aus dem Italienischen von Rainer Maria Rilke


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Unendlichkeit

Lieb war mir immer dieser stille Hügel
Und die Hecke, die ein gutes Teil
Des fernen Horizonts dem Blick verschließt.
Jedoch im Ruhn und Stauen unermeßliche

Räume jenseits von mir und übermenschliche
Orte des Schweigens, allertiefste Ruh'
Er sinn' ich mir im Geist; und wenig fehlt.
Daß nicht mein Herz erschrickt. Und wie den Wind
Ich durch die Bäume rauschen höre, muß
Ich jenes große Schweigen seinem Ton
Vergleichen: Vor mir steht die Ewigkeit,
Die toten Tage auf, und Gegenwart
Und Leben und sein Ton. Inmitten dieser
Unendlichkeit versinkt mein Geist:
Und Untergang ist süß in diesem Meere.

Aus dem Italienischen von ?


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