Anonym
Der holden Braut
Der holden Braut zu Ehren
ein volles Glas zu leeren
wird niemand mir verwehren;
auch stimmen alle fröhlich ein:
Die schöne Braut soll glücklich sein!
....................................................................................... Anonym
Hochzeitslied
Mein Gebieter glüht vor Freude;
In der linken Hand hält er die Weidenflöte,
Mit der rechten lädt er zum Spiele mich ein.
Oh, welches Glück!
Mein Gebieter ist frei von Sorgen;
In der linken Hand hält er den Federfächer
Mit der rechten lädt er zum Tanze mich ein.
Oh, welches Glück!
Aus dem Chinesischen von Arthur Waley und Franziska Meister

Quelle
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Anonym
Ich bin klein, mein Wunsch ist klein:
Das Silberpaar soll glücklich sein.
Was wir heut mit Silber kränzen,
möge einst im Golde glänzen.
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Anonym
Ihr sollt stets 1 sein.
Ihr sollt euch nicht ent-2-en.
Ihr sollt euch stets 3 bleiben
und euch immer gut-4-en.
Ihr sollt auch mal 5 gerade sein lassen
und eure 6er zusammenhalten.
Ihr sollt eure 7Sachen
in 8 nehmen.
Ihr sollt nicht immer 9 sagen
und euch nie die 10e zeigen.

Quelle
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Anonym
Silberkranz
Gottes reicher Segen leite
euch auf eurer Wanderschaft,
fünfundzwanzig Jahr' wie heute
noch voll frischer Lebenskraft!
Herrlich mit dem Silberkranze
schmückt der schöne Tag euch heut,
heil, wenn euch in goldnem Glanze
einst ein schönerer erfreut!
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Anonym
Warum wird gefreit?
Der erste freit um die Dukaten,
der zweite um ein schön Gesicht.
Der dritte kann nicht länger warten,
der vierte, weil Mama so spricht.
Der fünfte ist nicht gern allein,
der sechste will doch auch mal frein.
Der siebente und achte sind so dumm,
die wissen selber nicht warum.
(aus Preußen)
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a Santa Clara, Abraham Die schlimmen Eheleut
Nicht also kürren und schorren die Ratzen,
nicht also schreien und gmauzen die Katzen,
nicht also pfeifen und zischen die Schlangen,
nicht also rauschen und prasseln die Flammen,
nicht also scheppern und kleppern die Rötschen,
nicht also plurren und schnurren die Prötschen,
nicht also wüten und heulen die Hund,
nicht also brüllet der Löwen ihr Schlund,
nicht also hauset und brauset das Meer,
nicht also stürmet ein kriegrisches Heer,
Nicht also reißet und tobet der Wind,
nicht also jammert ein schreiendes Kind:
wie zwei wankende, zankende, reißende, beißende,
weinende, greinende, mockende, bockende,
trutzige, schmutzige
Eheleut.
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Wilhelm Busch
Selig sind die Auserwählten
Selig sind die Auserwählten,
die sich liebten und vermählten;
denn sie tragen hübsche Früchte.
Und so wuchert die Geschichte
sichtbarlich von Ort zu Ort.
Doch die braven Junggesellen,
Jungfern ohne Ehestellen,
welche ohne Leibeserben
so als Blattgewächse sterben,
pflanzen sich durch Knollen fort.
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Wilhelm Busch
O wie lieblich…
O wie lieblich, o wie schicklich,
sozusagen herzerquicklich
ist es doch für eine Gegend,
wenn zwei Leute, die vermögend,
außerdem mit sich zufrieden,
aber von Geschlecht verschieden,
wenn nun diese, sag ich, ihre
dazu nötigen Papiere,
sowie auch die Haushaltssachen
endlich mal in Ordnung machen
und in Ehren und beizeiten
hin zum Standesamte schreiten,
wie es denen, welche lieben,
vom Gesetze vorgeschrieben,
dann ruft jeder freudiglich:
Gott sei Dank! Sie haben sich!
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Matthias Claudius
Hochzeitsgesang Stand ein junges Veilchen auf der Weiden,
Lieb und herzig in sich und bescheiden!
Und ein wackrer Jüngling über Land kam hin
Da das Veilchen stand!
Und er sah das Veilchen auf der Weiden,
Lieb und herzig in sich und bescheiden,
Sah es an mit Liebe und mit Lust,
Wünscht es sich an seine Brust!
Heute wird das Blümchen, das Veilchen ihm gegeben!
Dass er's trag' an seiner Brust durch's Leben!
Und ein Kreis von edlen Menschen
Steht ernst und feiert mit Gebet!
Seid denn glücklich! Gott mit euch, ihr Beide!
Seine Sonn' am Himmel schein euch Freude,
Und in eurer Freud' und in Eurem Schmerz
Seine ew'ge Sonne Euch in's Herz!
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Richard Dehmel
Nachtgebet einer Braut
O mein Geliebter - in die Kissen
bet ich nach dir, ins Firmament!
O könnt ich sagen, dürft er wissen,
wie meine Einsamkeit mich brennt!
O Welt, wann darf ich ihn umschlingen!
O laß ihn mir im Traume nahn,
mich wie die Erde um ihn schwingen
und seinen Sonnenkuß empfahn.
Und seine Flammenkräfte trinken,
ihm Flammen, Flammen wiedersprühn,
oh Welt, bis wir zusammensinken
in überirdischem Erglühn!
O Welt des Lichtes, Welt der Wonne!
O Nacht der Sehnsucht, Welt der Qual!
O Traum der Erde: Sonne, Sonne!
O mein Geliebter - mein Gemahl!

Quelle
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Emanuel Geibel
Das ist die rechte Ehe,
wo Zweie sich geeint,
durch alles Glück und Wehe
zu pilgern treu vereint.
Der eine Stab des andern,
und liebe Last zugleich,
gemeinsam Rast und Wandern,
und Ziel das Himmelreich.
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Johann Wolfgang von Goethe
Brautnacht
Im Schlafgemach, entfernt vom Feste,
Sitzt Amor, dir getreu, und bebt,
Daß nicht die List mutwilliger Gäste
Des Brautbetts Frieden untergräbt.
Es blinkt mit mystisch heilgem Schimmer
Von ihm der Flammen blasses Gold;
Ein Weihrauchswirbel füllt das Zimmer,
Damit ihr recht genießen sollt.
Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde,
Der deiner Gäste Lärm verjagt!
Wie glühst du nach dem schönen Munde,
Der bald verstummt und nichts versagt!
Du eilst, um alles zu vollenden,
Mit ihr ins Heiligtum hinein;
Das Feuer in des Wächters Händen
Wird wie ein Nachtlicht still und klein.
Wie bebt vor deiner Küsse Menge
Ihr Busen und ihr voll Gesicht!
Zum Zittern wird nun ihre Strenge
Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht
Schnell hilft dir Amor sie entkleiden
Und ist nicht halb so schnell als du
Dann hält er schalkhaft und bescheiden
Sich fest die beiden Augen zu.

Quelle
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Johann Wolfgang von Goethe
Nach der Trauung
Ihr seid nun eins, ihr beide,
und wir sind mit euch eins.
Trinkt auf der Freude Dauer
ein Glas des guten Weins!
Und bleibt zu allen Zeiten
einander zugekehrt
durch Streit und Zwietracht werde
nie euer Bund zerstört.
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Friedrich Wilhelm Gotter
Selbst die glücklichste der Ehen,
Tochter, hat ihr Ungemach;
selbst die besten Männer gehen
öfters ihren Launen nach.
Wer sich von dem goldnen Ringe
Goldne Tage nur verspricht,
o, der kennt den Lauf der Dinge
und das Herz des Menschen nicht.
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Johann Grob
Auf einen Hochzeiter
Weil deinem schönen lieb' ihr bäuchlein wil geschwellen
So hast du hohe zeit ein' hochzeit anzustellen.
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Anastasius Grün
Der Verlobten
Wenn deine Hochzeit nahet,
Leg' ich ins Grab mich hinein;
Dann fließt doch keine Träne
In euren Freudenwein.
Dann lacht dir keiner ins Antlitz,
Wenn Treue du versprichst;
Brauchst dich nicht zu verstecken,
Wenn du den Brautkranz flichtst.
Und hast du zu wenig Blumen,
Um sie durch den Kranz zu ziehn;
Geh nur zu meinem Grabe,
Da werden wohl einige blühn.
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Gustav Mahler
Wenn mein Schatz Hochzeit macht Wenn mein Schatz Hochzeit macht,
Fröhliche Hochzeit macht,
Hab' ich meinen traurigen Tag!
Geh' ich in mein Kämmerlein,
Dunkles Kämmerlein,
Weine,
wein' um meinen Schatz,
Um meinen lieben Schatz!
Blümlein blau! Verdorre nicht!
Vöglein süß! Du singst auf grüner Heide.
Ach, wie ist die Welt so schön!
Ziküth! Ziküth!
Singet nicht! Blühet nicht!
Lenz ist ja vorbei!
Alles Singen ist nun aus.
Des Abends, wenn ich schlafen geh',
Denk' ich an mein Leide.
An mein Leide!
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Conrad Ferdinand Meyer
Hochzeitslied
Aus der Eltern Macht und Haus
Tritt die züchtige Braut heraus
An des Lebens Scheide -
Geh und lieb und leide!
Freigesprochen, unterjocht,
Wie der junge Busen pocht
Im Gewand von Seide -
Geh und lieb und leide!
Frommer Augen helle Lust
Überstrahlt an voller Brust
Blitzendes Geschmeide -
Geh und lieb und leide!
Merke dirs, du blondes Haar:
Schmerz und Lust Geschwisterpaar,
Unzertrennlich beide -
Geh und lieb und leide!

Quelle
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Rainer Maria Rilke
Von der Hochzeit zu Kana
Konnte sie denn anders, als auf ihn
stolz sein, der ihr Schlichtestes verschönte?
War nicht selbst die hohe, großgewöhnte
Nacht wie außer sich, da er erschien?
Ging nicht auch, daß er sich einst verloren,
unerhört zu seiner Glorie aus?
Hatten nicht die Weisesten die Ohren
mit dem Mund vertauscht? Und war das Haus
nicht wie neu von seiner Stimme? Ach
sicher hatte sie zu hundert Malen
ihre Freude an ihm auszustrahlen
sich verwehrt. Sie ging ihm staunend nach.
Aber ja bei jenem Hochzeitsfeste,
als es unversehns an Wein gebrach, -
sah sie hin und bat um eine Geste
und begriff nicht, daß er widersprach.
Und dann tat er's. Sie verstand es später,
wie sie ihn in seinen Weg gedrängt:
denn jetzt war er wirklich Wundertäter,
und das ganze Opfer war verhängt,
unaufhaltsam. Ja, es stand geschrieben.
Aber war es damals schon bereit?
Sie: sie hatte es herbeigetrieben
in der Blindheit ihrer Eitelkeit.
An dem Tisch voll Früchten und Gemüsen
freute sie sich mit und sah nicht ein,
daß das Wasser ihrer Tränendrüsen
Blut geworden war mit diesem Wein.
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Theodor Storm
Daß nimmer trübe Ungemach,
daß fern euch bleibe Not und Schmach,
daß nie ihr eine Träne weint,
daß stets in Liebe ihr vereint,
daß stets ihr aller Sorgen bar,
das wünsch' ich dem verlobten Paar!
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Theodor Storm Einer Braut am Polterabend
(Mit einem Album und dem Brautkranz)
Ich bringe dir ein leeres weißes Buch,
Die Blätter drin noch ohne Bild und Spruch.
Sie sollen einst, wenn sie beschrieben sind,
Dir bringen ein Erinnern hold und lind;
An liebe Worte, die man zu dir sprach,
An treue Augen, die dir blickten nach. -
Drauf log ich dir von dunklem Myrtenreis
Den grünen Kranz, der aller Kränze Preis.
Nimm ihn getrost! Denn muß ich auch gestehn,
Er wird wie alles Laub dereinst vergehn,
So weiß ich doch, wenn Tag um Tag verschwand,
Hältst du den Zweig mit Früchten in der Hand. ....................................................................................... .
Ludwig Uhland
Verspätetes Hochzeitslied
Die Muse fehlt nicht selten,
Wenn man sie eben will;
Sie schweift in fernen Welten,
Und nirgends hält sie still.
Die Schwärmerin verträumet
Gar oft den Glockenschlag,
Was sag ich? Sie versäumet
Selbst einen Hochzeittag.
So auch zu eurem Feste
Erscheinet sie zu spät
Und bittet nun aufs Beste
Dass ihr sie nicht verschmäht.
Des schönsten Glückes Schimmer
Erglänzt euch eben dann,
Wenn man euch jetzt und immer
Ein Brautlied singen kann.
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