Blumengedichte

 
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Anonym (aus El Shatt) Märchen du aus unsern Märchen du aus unsern...
Goethe, Johann Wolfgang Blumengruss Der Strauss, den ich...
Goethe, Johann Wolfgang Gefunden Ich ging im Walde...
Goethe, Johann Wolfgang Heidenröslein Sah ein Knab ein Röslein...
Gleim, Johann Die Rose und der Dichter Die Rose...
Hölderlin, Friedrich An eine Rose Ewig trägt im...
   

 
G

 


Anonym


Märchen du aus unseren Tagen

Märchen du aus unseren Tagen,
Märchen du aus Niemandsland!
Mag es auch nur Disteln schlagen, -
wenn wir wollen, muß er tragen,-
mag es auch nur Disteln schlagen,
Blume doch in Wüstensand! *

Distel, Einzige von allen
die die Fremde uns beschied.
Sterne träumen wir kristallen,
Blumen, die wie Sterne fallen
auf die Erde, wo uns allen
glühend rot die Nelke blüht.


*aus dem Gedichtezyklus "El Shatt"

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Johann Wolfgang von Goethe

Blumengruss

Der Strauss, den ich gepflücket,
Grüsse dich viel tausendmal!
Ich habe mich oft gebücket
Ach, wohl ein tausendmal;
und ihn ans Herz gedrücket,
Wie hunderttausendmal.

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Johann Wolfgang von Goethe

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt` es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub' s mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

Goethe übersandte dieses Gedicht seiner Frau Christiane zum 25. Jahrestag ihrer ersten Begegnung


Quelle

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Johann Wolfgang von Goethe

Heideröslein

Sah ein Knab' ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
war so jung und morgenschön,
lief er schnell, es nah zu sehn,
sah's mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!
Röslein sprach: Ich steche dich,
daß du ewig denkst an mich,
und ich will's nicht leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
's Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
half ihm doch kein Weh und Ach,
mußt' es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.


Quelle

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Die Rose und der Dichter

Die Rose:
Bin ich denn von zwanzigtausend
Deiner Blumen hier
Nicht die Schönste? Warum bliebest
Du nicht stehn bei mir?

Der Dichter:
Ja! von allen meinen Blumen
War die Rose mir
Sonst die Schönste! Doris aber
Doris ist nicht hier.

Schön ist ohne meine Doris
Mir kein schön Gesicht.
Keine Quelle, kein Gefilde,
selbst die Rose nicht!

So lieb, so klein
so schön, so rein.
Lieb Veilchen auf der Heide!
Lieb Veilchen Du, die kleinste Zier
Der Mutter Erde, du bist mir,
Bist mir die größte Freude.


Quelle

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Friedrich Hölderlin

An eine Rose


Ewig trägt im Mutterschoße,
Süße Königin der Flur,
Dich und mich die stille, große;
Allbelebende Natur.

Röschen, unser Schmuck veraltet,
Sturm entblättert dich und mich;
doch der ewge Keim entfaltet
Stets zu neuer Blüte sich!