Arabische Gedichte

 


 
 
Abu Ishak ibn Hilal as-Sabi   Wie manch Gedicht...
Al-Mutamid - Du lasest einen Brief...
Ibn 'Abd Rabbihi - Alles gab ich ihr...
Ibn Al-Labbana - Jedes Ding hat seine...
Ibn Hazm - Ich bewache meinen Blick...
Ibn Hudail - Der Duft des Windes...
Soyuti Der Bach und der Baum Seitdem der Bach...
Wallada - Wenn deine Liebe...
 


Abu Ishak ibn Hilal as-Sabi

Wie manch Gedicht läßt lang sein Inhalt scheinen,
Und wenig Worte nur sinds, wenn dus liest,
Und manches, das mit vielen Worten prunket,
In dem du nur Geschwätz und Torheit siehst!
Das Meer ist weit, doch salzig ist sein Wasser,
Und süß der See, drin wenig Wasser fließt.

Aus dem Arabischen von Annemarie Schimmel


Quelle

.......................................................................................................................................

Al-Mutamid

Du lasest einen Brief von mir.
Wie sehr ich ihn beneide!
O wär mein Körper das Papier
Zu deiner Augenweide.

Aus dem Arabischen von Janheinz Jahn


Quelle

.......................................................................................................................................

 

Ibn 'Abd Rabbihi


Alles gab ich ihr, was sie begehrte.
Meine Seele und mein Blut.
Alles, was ich selber an mir ehrte.
Und ich weiß nicht, was sie damit tut.

Ängstlich frag ich mich in zweifelvollen Stunden,
Ob sie Seelen tötet oder pflegt.
Liebe hat mir Fesseln umgebunden
Wie der Treiber sein Kamel in Fesseln legt
.

Aus dem Arabischen von Janheinz Jahn


Quelle

.......................................................................................................................................

Ibn Al-Labbana

an Al-Mu'tamid

Jedes Ding hat seine wohlbemeßne Zeit.
Jede Lust flieht irgendwann davon.
Das Schicksal tauscht wie ein Chamäleon
Sein Farbenkleid.

In seinen Händen sind wir Schachfiguren.
Oft setzt ein Bauer einen König matt.
Jetzt ist die Erde eine Totenstatt.
Zieh ab die Hand von ihren leeren Fluren!

Aus dem Arabischen von Janheinz Jahn

 


Quelle

.......................................................................................................................................

Ibn Hazm

Ich bewache meinen Blick,
Daß er nicht dein Aug erreicht,
Daß er kein tastend Mißgeschick
Mir dein Herz erweicht.

Geh dir also aus dem Wege,
Meide dein Revier,
Doch wenn ich mich schlafen lege.
Dann verein ich mich mit dir:

Laß die Seelen beieinanderliegen
Herz an Herz -
Körperloses, inniges Umschmiegen
Ohne Schmerz.

Die Vereinigung der Seelen
Spendet größre Lust
Als ein körperlich Vermählen
Brust an Brust.

Aus dem Arabischen von Janheinz Jahn


Quelle

.......................................................................................................................................

Ibn Hudail

Der Duft des Windes hat mir zugetragen
Wohin die Karawane zog,
Wo sie die Zelte aufgeschlagen,
Aus welchen Quellen sie ihr Wasser sog.

Denn suche ich auf spitzen Dornen Ruh
In meinem Bett, darin sich Schlangen winden,
Trägt mir der Wind den Duft der Myrthen zu,
Die sich in meiner Liebsten Haar befinden.

Ich sah sie an und fühlte mich inmitten
Von meinem größten unverhofften Glück.
Dann aber ist sie wieder fortgeritten
Und ließ mich wund und liebeskrank zurück.

Aus dem Arabischen von Janheinz Jahn


Quelle

.......................................................................................................................................

Soyuti

Seitdem der Bach in einem Liebesbunde
Mit eines Baumes schwanken Zweigen steht,
Erfüllt die Zweige schmerzliches Verlangen,
Sobal der Bach in Sommerglut erlosch.

Doch sieh! jetzt kommt er wieder, und nun eilt er,
So schnell er kann, um des geliebten Baumes,
Des lang verlaßnen, Fuße zu liebkosen,
Und seines Wassers leise Rauschen scheint
Von großer Sehnsucht Qualen zu berichten,
Die ihn erfüllten, da er ferne war.

Aus dem Arabischen von Hans Bethge

Unbekannt
Quelle

........................................................................................................................................

Wallada

an Ibn Zaidun

Wenn deine Liebe unsrer Freundschaft würdig wär,
Wärst du nicht hinter meiner Sklavin her.

Du hast den Blütenbaum im reichsten Glanz verlassen,
Um einen leeren, dürren Ast zu fassen.

Obwohl du weißt, daß ich so schön bin wie der Mond,
Hast du dem dümmsten Sternschnupp beigewohnt.

Aus dem Arabischen von Janheinz Jahn


Quelle