Alice Corbin Erscheinungen
I Ein dünner grauer Schatten am Rand des Gedankens
Birgt seine Wunden:
Es sind die Wunden des Kummers,
Meine Hand war es, die sie schlug;
Und dieser graue Schatten, der dir gleicht;
Ist mein eigenes Herz, das weint - -
Du schläfst ruhig unter dem Schatten
Der Weiden im Süden. II Als die kalte Morgendämmerung
Über den Dächern der Häuser stand,
Erinnerte ich zu spät den Schrei
Eines wilden Vogels, der in der Nacht
Durch den regenverhängten Himmel flog. 
Quelle
Aus dem Englischen von Toni Harten-Hoencke
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Adelaide Crapsey Triade Dies sind
Drei stille Dinge:
Schnee, der fällt - - Die Stunde
Vor der Morgendämmerung - - Und der Mund
Des eben Toten. 
Quelle
Aus dem Englischen von Toni Harten-Hoencke
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Adelaide Crapsey Novembernacht Hör zu -
Mit trocknem Ton
Und leis wie Geistertritt
Bricht frosterstarrtes Laub vom Baum
Und fällt. Aus dem Englischen von Karl Berisch 
Quelle
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Emily Dickinson By a departing light
We see acuter, quite,
Than by a wick that stays.
There's something in the flight
That clarifes the sight
And decks the rays
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Let my first Knowing be of the thee
With morning's warming Light -
And my first Fearing, lest Unknowns
Engulph thee in the night - [ca. 1878]
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Speech is one of symptom of Affection
And Silence one -
The perfectest communication
Is heard of none Exists and it's indorsement
Is had within -
Behold said the Apostle
Yet had not seen! 
Quelle Übersetzungsvarianten auf der Autorenseite
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Henry Wadsworth Longfellow Das Wasser steigt Das Wasser steigt, das Wasser fällt.
Die Vesperglocke ruft in die Welt.,
Zur Stadt hin hastet durch naßbraunen Sand
Der Wanderer über den dämmrigen Strand,
Und das Wasser steigt, das Wasser fällt. Nacht senkt sich auf Häuser, auf Wald und Feld,
Doch die See ruft, die See, die das Dunkel hält.
Die kleinen Wellen mit weißer Hand
Verwischen sacht die Stapfen im Sand,
Und das Wasser steigt, das Wasser fällt. Die Rosse wiehern, der Knecht bestellt
Die Tiere im Stall, als der Tag sich hellt.
Der Morgen kehrt wieder, doch nimmermehr
Kehrt der Wandrer, der Wandrer zum Ufer her.
Und das Wasser steigt, das Wasser fällt. 
Quelle
Aus dem Englischen von Toni Harten-Hoencke
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Henry Wadsworth Longfellow Der Pfeil und das Lied ich schoß einen Pfeil hoch in die Luft - -
Wo fiel er hin? Das wußt ich nicht.
Er flog durch den blauen Himmelsduft
Und schwand mir blitzschnell aus dem Gesicht. Ich sang ein Lied in den Sommerwind,
Wo fiel es hin? Das wußt ich nicht.
Wer sieht so scharf, wer folgt so schwind,
Wo ein Lied hinfliegt im Abendlicht? Lang, lang nachher, da fand ich den Pfeil
In einer Eiche, noch unversehrt,
Und sieh: mein Lied, das war hell und heil
Im Herzen des Freundes eingekehrt. 
Quelle
Aus dem Englischen von Toni Harten-Hoencke
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Jean Starr Untermeyer Entdeck mich wieder! Entdeck mich wieder!
Sieh mich mit neuen Augen an, o mein Geliebter,
Sieh, mein Anblick wandelt sich nach dem Bedarf der Liebe,
So wie die treue Erde dem Ruf der Jahreszeiten Antwort gibt.
Betrachte mich nicht nur als Winterfrau;
Als Krämerin häuslicher Freuden,
Bin ich doch auch deine Frühlingsmaid;
Träume bewegen mich, wohnen in mir,
Aber sie liegen matt und siech
Und leben nur auf,
Wenn dein Blick sie erkennt,
Wenn deine Liebe sie ruft.
Entdeck mich wieder!
Aus dem Englischen von Toni Harten-Hoencke 
Quelle |