Abschiedsgedichte

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Abschatz, H. Aßmann Abschied von gutten Freunden Was soll die trunckne...
Ahlefeld, Charlotte v. Beim Abschied Wirst Du in der Ferne...
Anonym Ade zur guten Nacht! Ade zur guten Nacht...
Anonym - Es geht eine dunkle Wolk...
Ball, Hugo Abschied Sag mir, daß du dich...
Bierbaum, Otto Abschied Das Leben ist voller Gier...
Busch, Wilhelm - Du willst sie nie und nie ...
Christen Ada Nach Jahren Wie seltsam!
Christen, Ada Nichts mehr Nicht mehr die...
Conradi, Hermann Verlassen Im Morgengrauen schritt...
Dschang Jung Trennung Weißes Gewölk steigt...
Eichendorff, Joseph v. Abschied O Täler weit, o Höhen...
Goethe, Johann W. Abschied Zu lieblich ist's...
Hamodé - Als die Liebe...
Hölderlin, Friedrich Der Abschied (2 Variat.) Trennen wollten wir uns...
Löns, Hermann Abschied Das alte Lied...
Niu Hsi-chi Abschied Der Dunst über den...
Paoli, Betty Es war zu leicht. Ganz hatt' ich mich...
Rilke, Rainer Maria Abschied Wie hab ich das gefühlt...
Rückert, Friedrich Die verworfene Liebe Ich habe genug...
Stifter, Adalbert Abschied Nun sind sie vorüber...



Hans Aßmann Freiherr von Abschatz

Abschied von gutten Freunden

Was soll die trunckne Feder schreiben?
Was aus des Hertzens Grunde quillt/
Worzu mich Lieb und Treue treiben/
Die Oder/ Mayn und Rhein beständigst unterhilt.

Nimm an diß Denckmahl meiner Hände
Du treue Freund- und Brüderschafft/
Der ich zu Diensten mich verpfände
So lang in diesem Leib ein Lebens-Athem hafft.

Der Brauch der Welt ist viel zu sagen/
Ich schweige was ich leiden muß:
Du kanst mein Hertz in deinem fragen/
Ob ich befreyet sey von Schmertzen und Verdruß.

Doch weil es so der Himmel schicket/
So müssen wir zufrieden seyn;
Wer weiß noch wo es uns gelücket/
Daß wir uns hier und dar zusammen finden ein.

Indessen leb in Lust und Freuden/
Du meiner Seelen halbes Theil/
Auff kurtzer Zeit betrübtes Scheiden
Folgt mit dem Wieder-sehn erwünschtes Glück und Heyl.


Quelle

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz

Abschied von gutten Freunden

Was soll die trunckne Feder schreiben?
Was aus des Hertzens Grunde quillt/
Worzu mich Lieb und Treue treiben/
Die Oder/ Mayn und Rhein beständigst unterhilt.

Nimm an diß Denckmahl meiner Hände
Du treue Freund- und Brüderschafft/
Der ich zu Diensten mich verpfände
So lang in diesem Leib ein Lebens-Athem hafft.

Der Brauch der Welt ist viel zu sagen/
Ich schweige was ich leiden muß:
Du kanst mein Hertz in deinem fragen/
Ob ich befreyet sey von Schmertzen und Verdruß.

Doch weil es so der Himmel schicket/
So müssen wir zufrieden seyn;
Wer weiß noch wo es uns gelücket/
Daß wir uns hier und dar zusammen finden ein.

Indessen leb in Lust und Freuden/
Du meiner Seelen halbes Theil/
Auff kurtzer Zeit betrübtes Scheiden
Folgt mit dem Wieder-sehn erwünschtes Glück und Heyl.


Quelle

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Charlotte von Ahlefeld

Beim Abschied

Wirst Du in der Ferne mein gedenken,
Wenn die Welt geräuschvoll Dich zerstreut?
Wirst Du oft mir stille Stunden schenken,
Der Erinnrung unsres Glücks geweiht?

Wird kein neues Band mir Dein Vertrauen,
Keines Deine Liebe mir entziehn?
Kann ich ganz auf Deine Treue bauen,
O so nimm mein Herz auf ewig hin!

Immer bleibt es zärtlich Dir ergeben,
Auch wenn nie mein Blick Dich wiedersieht.
Wenn getrennt von Dir mein trübes Leben
Wie ein Seufzerhauch vorüber flieht.

Ach so viele heucheln nur Gefühle
Einer nie gekannten Innigkeit;
Und in dem zerstreuenden Gewühle
Endet schnell der Schwur der Ewigkeit.

Darum will ich nicht Dir Treue schwören,
Aber fest und liebend halt' ich sie,
Und die Zukunft soll Dir ewig lehren
Deiner Freundin Herz vergisst Dich nie.


Quelle

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Ade zur guten Nacht!

Ade zur guten Nacht!
Jetzt wird der Schluß gemacht,
daß ich muß scheiden.
Im Sommer wächst der Klee,
im Winter schneit's den Schnee,
da komm ich wieder.

Es trauern Berg und Tal,
wo ich vieltausendmal
bin drüber gangen;
das hat deine Schönheit gemacht,
hat mich zum Lieben gebracht
mit großem Verlangen.

Das Brünnlein rinnt und rauscht
wohl unterm Holderstrauch,
wo wir gesessen.
Wie manchen Glockenschlag,
da Herz bei Herzen lag,
das hast du vergessen.

Die Mädchen in der Welt
Sind falscher als das Geld
Mit ihrem Lieben.
Ade zur guten Nacht!
Jetzt wird der Schluß gemacht,
daß ich muß scheiden.


Quelle

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Anonym

Es geht eine dunkle Wolk herein,
mich deucht, es wird ein Regen sein.
Ein Regen aus den Wolken,
wohl in das grüne Gras.

Und kommst du, liebe Sonn, nit bald,
so weset alls im grünen Wald,
und all die müden Blumen,
sie haben müden Tod.

Es geht eine dunkle Wolk herein.
Es soll und muss geschieden sein.
Ade, feins Lieb, Dein Scheiden
macht mir das Herz so schwer.

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Hugo Ball

Abschied

Sag mir, daß du dich im Föhnwind sehnst
Und daß du trauern würdest,
Wenn ich ginge.
Sag mir, daß diese Tage schön sind
Und daß du weinen wirst,
Wenn ich nicht singe.


Sag mir, daß du dem Leben gut bist.
Sag meiner Stimme,
Daß sie nie verwehe...
Und daß du heiter und voll frohen Mut bist,
Auch wenn ich lange Zeit
dich nicht mehr sehe.


Sag mir, daß ich ein töricht Kind bin,
Und streichle mich, wie eine junge Meise.
Sag mir, daß ich zu dir zurückfind,
Auch wenn die Nächte dunkel sind,
Durch die ich reise.


Quelle

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Otto Julius Bierbaum


Abschied

Das Leben ist voller Gier und Streit,
- Hüte dich, kleines Vöglein! -
Viel große Schnäbel steh'n weit
Und böse offen und heiß bereit,
Dich zu zerreißen.

Dein Herzchen schwillt, dein Kehlchen klingt,
-Hüte dich kleines Vöglein! -
Der Geier kommt, der dich verschlingt;
Du, so beseelt und bunt beschwingt,
Zuckst in den Fängen.


Mir ist so bitterbang zumut,
- Hüte dich, kleines Vöglein!-
Ich weiß nun bald, wie sterben thut,
und laß mich tragen von der Flut,
die alles fortschwemmt.


[1901]


Quelle

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Wilhelm Busch


aus: Kritik des Herzens

Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen?
Besinne dich, mein Herz, noch ist es Zeit.
Sie war so lieb. Verzeih, was auch geschehen.
Sonst nimmt dich wohl beim Wort die Ewigkeit
Und zwingt dich mit Gewalt zum Weitergehen
Ins öde Reich der Allvergessenheit.
Du rufst und rufst; vergebens sind die Worte;
Ins feste Schloß dumpfdröhnend schlägt die Pforte.

..............................................................................................

Ada Christen

Nach Jahren

Wie seltsam! Unser feiger Mut
Lässt alles Elend uns tragen;
O hätten wir doch den echten Mut,
Das lösende Wort zu sagen.

Wir laufen neben einander her
Und werden müder und müder;
Ich werde blässer und kränker stets
Und du wirst kälter und rüder.

O raffe dich auf und fasse Mut
Und sei zum letzten Mal ein Mann.
Brich du mit einem Wort entzwei,
Was ich nicht länger tragen kann! ..............................................................................................

Ada Christen

Nichts mehr

Nicht mehr die heißen, süßen Küsse,
Nicht mehr die Worte mild und warm,
Nicht mehr den treuen Blick der Augen,
Nicht mehr den Druck von deinem Arm.

Nichts mehr von allen jenen Wonnen
Die Liebe hat und Liebe giebt,
Nichts will ich - um noch fortzuleben -
Sag' nur, dass du mich einst geliebt! ..............................................................................................

 

Hermann Conradi

Verlassen

Im Morgengrauen schritt ich fort -
Nebel lag in den Gassen...
In Qualen war mir das Herz verdorrt -
Die Lippe sprach kein Abschiedswort -
Sie stöhnte nur leise: Verlassen!

Kennst du das Marterwort?
Das frißt wie verruchte Schande!
In Qualen war mir das Herz verdorrt -
Im Morgengrauen ging ich fort -
Hinaus in die dämmernden Lande!

Entgegen dem jungen Maientag:
Das war ein seltsam Passen!
Mählich wurde die Welt nun wach -
Was war mir der prangende Frühlingstag!
Ich stöhnte nur leise: Verlassen!

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Dschang Jung

Trennung

Weißes Gewölk steigt über den Bergen gelöst,
Scharfer Wind kommt unter den Kiefern zur Ruh.

Lockt dich, zu wissen um der Verlassenen Weh:
Schau von leerer Terrasse den blinkenden Mond!


Aus dem Chinesischen von Peter Olbricht ..............................................................................................

Joseph Freiherr von Eichendorff


Abschied

O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächtger Aufenthalt.
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäftge Welt;
Schlag noch einmal die Bogen,
Um mich, du grünes Zelt.

Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit!

Da steht im Wald geschrieben
Ein stilles, ernstes Wort
Von rechtem Tun und Lieben,
Und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte schlicht und wahr,
Und durch mein ganzes Wesen
Wards unaussprechlich klar.

Bald werd ich dich verlassen,
Fremd in der Fremde gehn,
Auf buntbewegten Gassen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird deines Ernsts Gewalt
Mich Einsamen erheben,
So wird mein Herz nicht alt.


Quelle

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Johann Wolfgang von Goethe

Abschied

Zu lieblich ist's, ein Wort zu brechen,
Zu schwer die wohlerkannte Pflicht,
Und leider kann man nichts versprechen,
Was unserm Herzen widerspricht.

Du übst die alten Zauberlieder,
Du lockst ihn, der kaum ruhig war,
Zum Schaukelkahn der süßen Torheit wieder,
Erneust, verdoppeltst die Gefahr.

Was suchst du mir dich zu verstecken!
Sei offen, flieh nicht meinem Blick!
Früh oder spät mußt' ich's entdecken,
Und hier hast du dein Wort zurück.

Was ich gesollt, hab' ich vollendet;
Durch mich sei dir von nun an nichts verwehrt;
Allein, verzeih dem Freund, der sich nun von dir wendet
Und still in sich zurücke kehrt.

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Hamodé

Als die Liebe
resigniert unseren Raum verliess,
schloss sie noch die Tür,
um nicht das Leid einzulassen,
welches in ihr wohnt.
Doch sie liess uns nicht einsam,
zwang miteinander zu reden,
zu gewähren eines jeden Ich,
was einst im anderen gewohnt.
Als du Hass sätest,
ging auch ich,
um die Liebe auf ihrem Weg zu begleiten.

..............................................................................................

Friedrich Hölderlin


Der Abschied

Trennen wollten wir uns? wähnten es gut und klug?
Da wirs taten, warum schröckte, wie Mord, die Tat?
Ach! wir kennen uns wenig,
Denn es waltet ein Gott in uns.

Den verraten? ach ihn, welcher uns alles erst,
Sinn und Leben erschuf, ihn, den beseelenden
Schutzgott unserer Liebe,
Dies, dies Eine vermag ich nicht.

Aber anderen Fehl denket der Weltsinn sich,
Andern ehernen Dienst übt er und anders Recht,
Und es listet die Seele
Tag für Tag der Gebrauch uns ab.

Wohl! ich wußt es zuvor. Seit die gewurzelte
Ungestalte, die Furcht Götter und Menschen trennt,
Muß, mit Blut sie zu sühnen,
Muß der Liebenden Herz vergehn.

Laß mich schweigen! o laß nimmer von nun an mich
Dieses Tödliche sehn, daß ich im Frieden doch
Hin ins Einsame ziehe,
Und noch unser der Abschied sei!

Reich die Schale mir selbst, daß ich des rettenden
Heilgen Giftes genug, daß ich des Lethetranks
Mit dir trinke, daß alles,
Haß und Liebe, vergessen sei!

Hingehn will ich. Vielleicht seh ich in langer Zeit
Diotima! dich hier. Aber verblutet ist
Dann das Wünschen und friedlich
Gleich den Seligen, fremde gehn

Wir umher, ein Gespräch führet uns ab und auf,
Sinnend, zögernd, doch itzt mahnt die Vergessenen
Hier die Stelle des Abschieds,
Es erwarmet ein Herz in uns,

Staunend seh ich dich an, Stimmen und süßen Sang,
Wie aus voriger Zeit, hör ich und Saitenspiel,
Und die Lilie duftet
Golden über dem Bach uns auf.


Quelle

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weitere Fassung:

Der Abschied

Trennen wollten wir uns? wähnten es gut und klug?
Da wirs taten, warum schröckte, wie Mord, die Tat?
Ach! wir kennen uns wenig,
Denn es waltet ein Gott in uns.

Den verraten? ach ihn, welcher uns alles erst,
Sinn und Leben erschuf, ihn, den beseelenden
Schutzgott unserer Liebe,
Dies, dies Eine vermag ich nicht.

Aber anderen Fehl denket der Menschen Sinn,
Andern ehernen Dienst übt er und anders Recht,
Und es listet die Seele
Tag für Tag der Gebrauch uns ab.

Wohl! ich wußt es zuvor. Seit die gewurzelte
Allentzweiende Haß Götter und Menschen trennt,
Muß, mit Blut sie zu sühnen,
Muß der Liebenden Herz vergehn.

Laß mich schweigen! o laß nimmer von nun an mich
Dieses Tödliche sehn, daß ich im Frieden doch
Hin ins Einsame ziehe,
Und noch unser der Abschied sei!

Reich die Schale mir selbst, daß ich des rettenden
Heilgen Giftes genug, daß ich des Lethetranks
Mit dir trinke, daß alles,
Haß und Liebe, vergessen sei!

Hingehn will ich. Vielleicht seh ich in langer Zeit
Diotima! dich hier. Aber verblutet ist
Dann das Wünschen und friedlich
Gleich den Seligen, fremde sind wir,

Und ein ruhig Gespräch führet uns auf und ab,
Sinnend, zögernd, doch itzt mahnt die Vergessenen
Hier die Stelle des Abschieds,
Es erwarmet ein Herz in uns,

Staunend seh ich dich an, Stimmen und süßen Sang,
Wie aus voriger Zeit hör ich und Saitenspiel,
Und befreiet in Lüfte
fliegt in Flammen der Geist uns auf.


Quelle

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Abschied

Das alte Lied, das alte Leiden,
Das jeden Menschen einst betrübt:
Ade, ade, jetzt muß ich scheiden
Von dir, die ich so sehr geliebt.

Wer kann es sagen, kann es wissen,
Ob er die Lieben wiedersieht;
Ein letzter Gruß, ein letztes Küssen,
Das alte Leid, das alte Lied.

Nun reich' mir deine beiden Hände,
Den letzten Kuß, leb wohl, ade!
So laß mich los und mach' ein Ende
Wer weiß, ob ich dich wiederseh...

Löns, Hermann, Sämtliche Werke (hg. von Friedrich Castelle), Leipzig (Hesse \ Becker) 1924
Quelle

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Niu Hsi-chi


Abschied

Der Dunst über den Bergen
   wird bald vergehen.
Schon lichtet sich der Osten,
   die Sterne schwinden.
Vom letzten schwachen Strahl
   des Monds beleuchtet,
weinst du beim Scheiden lautlos
   im Morgennebel.

Und lange, lange sprechen
   wir Abschiedsworte –
im Herzen ruht noch viel
   Unausgesprochenes.
Ich schau mich um, und wieder
   red ich zu dir.
Dein Kleid ist grün, es bleibt mir
   vertraut für immer.
Aufs Gras jetzt allerwegen
   blick ich voll Liebe.

Aus dem Chinesischen von Abraham Horodisch


Quelle

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Betty Paoli

Es war zu leicht

Ganz hatt' ich mich dir hingegeben
Mit ächter Freundschaft Heldenmuth,
Mein inn'res wie mein äuß'res Leben,
Mich selbst befohlen meiner Huth,
Aus meines Herzens dunklem Stollen
Das reinste Gold dir dargereicht, -
Du hättest mich nicht täuschen sollen,
Es war zu leicht!

Auf dich und deine Treue bauend,
Die ohne Wanken ich geglaubt,
Hätt' ich in deinen Schooß, vertrauend,
Gebettet mein vervehmtes Haupt.
Und dieß der Lohn des liebevollen,
Des frommen Wahns, der jetzt entweicht? -
Du hättest mich nicht täuschen sollen,
Es war zu leicht!

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Rainer Maria Rilke


Abschied

Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.
Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes
grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,
das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,
zurückblieb, so als wärens alle Frauen
und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,
ein leise Weiterwinkendes –, schon kaum
erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,
von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.

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Friedrich Rückert

Die verworfene Liebe

Ich habe genug.
Lust, Flammen und Küsse
Sind giftig und süße
Und machen nicht klug.
Komm, selige Freiheit und dämpfe den Brand,
Der meinem Gemühte die Weißheit entwand.

Was hab ich getan!
Jetzt seh ich die Triebe
Der törichten Liebe
Vernünftiger an;
Ich breche die Fessel, ich löse mein Herz
Und hasse mit Vorsatz den zärtlichen Schmerz.

Was quält mich vor Reu?
Was stört mir vor Kummer
Den nächtlichen Schlummer?
Die Zeit ist vorbei.
O köstliches Kleinod, o teurer Verlust!
O hätt' ich die Falschheit nur eher gewusst!

Geh, Schönheit, und fleuch!
Die artigsten Blicke
Sind schmerzliche Stricke;
Ich merke den Streich.
Es lodern die Briefe, der Ring bricht entzwei
Und zeigt meiner Schönen: Nun leb ich recht frei.

Nun leb ich recht frei
Und schwöre von Herzen,
Dass Küssen und Scherzen
Ein Narrenspiel sei;
Denn wer sich verliebet, der ist wohl nicht klug.
Geh, falsche Syrene, ich habe genug!

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Adalbert Stifter

Abschied

Nun sind sie vorüber, jene Stunden,
Die der Himmel unsrer Liebe gab,
Schöne Kränze haben sie gebunden,
Manche Wonne floß mit ihnen ab.

Was der Augenblick geboren,
Schlang der Augenblick hinab,
Aber ewig bleibt es unverloren,
Was das Herz dem Herzen gab.


Quelle

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Charlotte von Ahlefeld

Beim Abschied

Wirst Du in der Ferne mein gedenken,
Wenn die Welt geräuschvoll Dich zerstreut?
Wirst Du oft mir stille Stunden schenken,
Der Erinnrung unsres Glücks geweiht?

Wird kein neues Band mir Dein Vertrauen,
Keines Deine Liebe mir entziehn?
Kann ich ganz auf Deine Treue bauen,
O so nimm mein Herz auf ewig hin!

Immer bleibt es zärtlich Dir ergeben,
Auch wenn nie mein Blick Dich wiedersieht.
Wenn getrennt von Dir mein trübes Leben
Wie ein Seufzerhauch vorüber flieht.

Ach so viele heucheln nur Gefühle
Einer nie gekannten Innigkeit;
Und in dem zerstreuenden Gewühle
Endet schnell der Schwur der Ewigkeit.

Darum will ich nicht Dir Treue schwören,
Aber fest und liebend halt' ich sie,
Und die Zukunft soll Dir ewig lehren
Deiner Freundin Herz vergisst Dich nie.


Quelle

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Ade zur guten Nacht!

Ade zur guten Nacht!
Jetzt wird der Schluß gemacht,
daß ich muß scheiden.
Im Sommer wächst der Klee,
im Winter schneit's den Schnee,
da komm ich wieder.

Es trauern Berg und Tal,
wo ich vieltausendmal
bin drüber gangen;
das hat deine Schönheit gemacht,
hat mich zum Lieben gebracht
mit großem Verlangen.

Das Brünnlein rinnt und rauscht
wohl unterm Holderstrauch,
wo wir gesessen.
Wie manchen Glockenschlag,
da Herz bei Herzen lag,
das hast du vergessen.

Die Mädchen in der Welt
Sind falscher als das Geld
Mit ihrem Lieben.
Ade zur guten Nacht!
Jetzt wird der Schluß gemacht,
daß ich muß scheiden.


Quelle

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Anonym

Es geht eine dunkle Wolk herein,
mich deucht, es wird ein Regen sein.
Ein Regen aus den Wolken,
wohl in das grüne Gras.

Und kommst du, liebe Sonn, nit bald,
so weset alls im grünen Wald,
und all die müden Blumen,
sie haben müden Tod.

Es geht eine dunkle Wolk herein.
Es soll und muss geschieden sein.
Ade, feins Lieb, Dein Scheiden
macht mir das Herz so schwer.

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Hugo Ball

Abschied

Sag mir, daß du dich im Föhnwind sehnst
Und daß du trauern würdest,
Wenn ich ginge.
Sag mir, daß diese Tage schön sind
Und daß du weinen wirst,
Wenn ich nicht singe.


Sag mir, daß du dem Leben gut bist.
Sag meiner Stimme,
Daß sie nie verwehe...
Und daß du heiter und voll frohen Mut bist,
Auch wenn ich lange Zeit
dich nicht mehr sehe.


Sag mir, daß ich ein töricht Kind bin,
Und streichle mich, wie eine junge Meise.
Sag mir, daß ich zu dir zurückfind,
Auch wenn die Nächte dunkel sind,
Durch die ich reise.


Quelle

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Otto Julius Bierbaum


Abschied

Das Leben ist voller Gier und Streit,
- Hüte dich, kleines Vöglein! -
Viel große Schnäbel steh'n weit
Und böse offen und heiß bereit,
Dich zu zerreißen.

Dein Herzchen schwillt, dein Kehlchen klingt,
-Hüte dich kleines Vöglein! -
Der Geier kommt, der dich verschlingt;
Du, so beseelt und bunt beschwingt,
Zuckst in den Fängen.


Mir ist so bitterbang zumut,
- Hüte dich, kleines Vöglein!-
Ich weiß nun bald, wie sterben thut,
und laß mich tragen von der Flut,
die alles fortschwemmt.


[1901]


Quelle

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Wilhelm Busch


aus: Kritik des Herzens

Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen?
Besinne dich, mein Herz, noch ist es Zeit.
Sie war so lieb. Verzeih, was auch geschehen.
Sonst nimmt dich wohl beim Wort die Ewigkeit
Und zwingt dich mit Gewalt zum Weitergehen
Ins öde Reich der Allvergessenheit.
Du rufst und rufst; vergebens sind die Worte;
Ins feste Schloß dumpfdröhnend schlägt die Pforte.

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Ada Christen

Nach Jahren

Wie seltsam! Unser feiger Mut
Lässt alles Elend uns tragen;
O hätten wir doch den echten Mut,
Das lösende Wort zu sagen.

Wir laufen neben einander her
Und werden müder und müder;
Ich werde blässer und kränker stets
Und du wirst kälter und rüder.

O raffe dich auf und fasse Mut
Und sei zum letzten Mal ein Mann.
Brich du mit einem Wort entzwei,
Was ich nicht länger tragen kann!

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Ada Christen

Nichts mehr

Nicht mehr die heißen, süßen Küsse,
Nicht mehr die Worte mild und warm,
Nicht mehr den treuen Blick der Augen,
Nicht mehr den Druck von deinem Arm.

Nichts mehr von allen jenen Wonnen
Die Liebe hat und Liebe giebt,
Nichts will ich - um noch fortzuleben -
Sag' nur, dass du mich einst geliebt!

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Hermann Conradi

Verlassen

Im Morgengrauen schritt ich fort -
Nebel lag in den Gassen...
In Qualen war mir das Herz verdorrt -
Die Lippe sprach kein Abschiedswort -
Sie stöhnte nur leise: Verlassen!

Kennst du das Marterwort?
Das frißt wie verruchte Schande!
In Qualen war mir das Herz verdorrt -
Im Morgengrauen ging ich fort -
Hinaus in die dämmernden Lande!

Entgegen dem jungen Maientag:
Das war ein seltsam Passen!
Mählich wurde die Welt nun wach -
Was war mir der prangende Frühlingstag!
Ich stöhnte nur leise: Verlassen!

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Dschang Jung

Trennung

Weißes Gewölk steigt über den Bergen gelöst,
Scharfer Wind kommt unter den Kiefern zur Ruh.

Lockt dich, zu wissen um der Verlassenen Weh:
Schau von leerer Terrasse den blinkenden Mond!


Aus dem Chinesischen von Peter Olbricht

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Joseph Freiherr von Eichendorff


Abschied

O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächtger Aufenthalt.
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäftge Welt;
Schlag noch einmal die Bogen,
Um mich, du grünes Zelt.

Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit!

Da steht im Wald geschrieben
Ein stilles, ernstes Wort
Von rechtem Tun und Lieben,
Und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte schlicht und wahr,
Und durch mein ganzes Wesen
Wards unaussprechlich klar.

Bald werd ich dich verlassen,
Fremd in der Fremde gehn,
Auf buntbewegten Gassen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird deines Ernsts Gewalt
Mich Einsamen erheben,
So wird mein Herz nicht alt.


Quelle

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Johann Wolfgang von Goethe

Abschied

Zu lieblich ist's, ein Wort zu brechen,
Zu schwer die wohlerkannte Pflicht,
Und leider kann man nichts versprechen,
Was unserm Herzen widerspricht.

Du übst die alten Zauberlieder,
Du lockst ihn, der kaum ruhig war,
Zum Schaukelkahn der süßen Torheit wieder,
Erneust, verdoppeltst die Gefahr.

Was suchst du mir dich zu verstecken!
Sei offen, flieh nicht meinem Blick!
Früh oder spät mußt' ich's entdecken,
Und hier hast du dein Wort zurück.

Was ich gesollt, hab' ich vollendet;
Durch mich sei dir von nun an nichts verwehrt;
Allein, verzeih dem Freund, der sich nun von dir wendet
Und still in sich zurücke kehrt.

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Hamodé

Als die Liebe
resigniert unseren Raum verliess,
schloss sie noch die Tür,
um nicht das Leid einzulassen,
welches in ihr wohnt.
Doch sie liess uns nicht einsam,
zwang miteinander zu reden,
zu gewähren eines jeden Ich,
was einst im anderen gewohnt.
Als du Hass sätest,
ging auch ich,
um die Liebe auf ihrem Weg zu begleiten.

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Friedrich Hölderlin


Der Abschied

Trennen wollten wir uns? wähnten es gut und klug?
Da wirs taten, warum schröckte, wie Mord, die Tat?
Ach! wir kennen uns wenig,
Denn es waltet ein Gott in uns.

Den verraten? ach ihn, welcher uns alles erst,
Sinn und Leben erschuf, ihn, den beseelenden
Schutzgott unserer Liebe,
Dies, dies Eine vermag ich nicht.

Aber anderen Fehl denket der Weltsinn sich,
Andern ehernen Dienst übt er und anders Recht,
Und es listet die Seele
Tag für Tag der Gebrauch uns ab.

Wohl! ich wußt es zuvor. Seit die gewurzelte
Ungestalte, die Furcht Götter und Menschen trennt,
Muß, mit Blut sie zu sühnen,
Muß der Liebenden Herz vergehn.

Laß mich schweigen! o laß nimmer von nun an mich
Dieses Tödliche sehn, daß ich im Frieden doch
Hin ins Einsame ziehe,
Und noch unser der Abschied sei!

Reich die Schale mir selbst, daß ich des rettenden
Heilgen Giftes genug, daß ich des Lethetranks
Mit dir trinke, daß alles,
Haß und Liebe, vergessen sei!

Hingehn will ich. Vielleicht seh ich in langer Zeit
Diotima! dich hier. Aber verblutet ist
Dann das Wünschen und friedlich
Gleich den Seligen, fremde gehn

Wir umher, ein Gespräch führet uns ab und auf,
Sinnend, zögernd, doch itzt mahnt die Vergessenen
Hier die Stelle des Abschieds,
Es erwarmet ein Herz in uns,

Staunend seh ich dich an, Stimmen und süßen Sang,
Wie aus voriger Zeit, hör ich und Saitenspiel,
Und die Lilie duftet
Golden über dem Bach uns auf.


Quelle

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weitere Fassung:

Der Abschied

Trennen wollten wir uns? wähnten es gut und klug?
Da wirs taten, warum schröckte, wie Mord, die Tat?
Ach! wir kennen uns wenig,
Denn es waltet ein Gott in uns.

Den verraten? ach ihn, welcher uns alles erst,
Sinn und Leben erschuf, ihn, den beseelenden
Schutzgott unserer Liebe,
Dies, dies Eine vermag ich nicht.

Aber anderen Fehl denket der Menschen Sinn,
Andern ehernen Dienst übt er und anders Recht,
Und es listet die Seele
Tag für Tag der Gebrauch uns ab.

Wohl! ich wußt es zuvor. Seit die gewurzelte
Allentzweiende Haß Götter und Menschen trennt,
Muß, mit Blut sie zu sühnen,
Muß der Liebenden Herz vergehn.

Laß mich schweigen! o laß nimmer von nun an mich
Dieses Tödliche sehn, daß ich im Frieden doch
Hin ins Einsame ziehe,
Und noch unser der Abschied sei!

Reich die Schale mir selbst, daß ich des rettenden
Heilgen Giftes genug, daß ich des Lethetranks
Mit dir trinke, daß alles,
Haß und Liebe, vergessen sei!

Hingehn will ich. Vielleicht seh ich in langer Zeit
Diotima! dich hier. Aber verblutet ist
Dann das Wünschen und friedlich
Gleich den Seligen, fremde sind wir,

Und ein ruhig Gespräch führet uns auf und ab,
Sinnend, zögernd, doch itzt mahnt die Vergessenen
Hier die Stelle des Abschieds,
Es erwarmet ein Herz in uns,

Staunend seh ich dich an, Stimmen und süßen Sang,
Wie aus voriger Zeit hör ich und Saitenspiel,
Und befreiet in Lüfte
fliegt in Flammen der Geist uns auf.


Quelle

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Abschied

Das alte Lied, das alte Leiden,
Das jeden Menschen einst betrübt:
Ade, ade, jetzt muß ich scheiden
Von dir, die ich so sehr geliebt.

Wer kann es sagen, kann es wissen,
Ob er die Lieben wiedersieht;
Ein letzter Gruß, ein letztes Küssen,
Das alte Leid, das alte Lied.

Nun reich' mir deine beiden Hände,
Den letzten Kuß, leb wohl, ade!
So laß mich los und mach' ein Ende
Wer weiß, ob ich dich wiederseh...

Löns, Hermann, Sämtliche Werke (hg. von Friedrich Castelle), Leipzig (Hesse \ Becker) 1924
Quelle

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Niu Hsi-chi


Abschied

Der Dunst über den Bergen
   wird bald vergehen.
Schon lichtet sich der Osten,
   die Sterne schwinden.
Vom letzten schwachen Strahl
   des Monds beleuchtet,
weinst du beim Scheiden lautlos
   im Morgennebel.

Und lange, lange sprechen
   wir Abschiedsworte –
im Herzen ruht noch viel
   Unausgesprochenes.
Ich schau mich um, und wieder
   red ich zu dir.
Dein Kleid ist grün, es bleibt mir
   vertraut für immer.
Aufs Gras jetzt allerwegen
   blick ich voll Liebe.

Aus dem Chinesischen von Abraham Horodisch


Quelle

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Betty Paoli

Es war zu leicht

Ganz hatt' ich mich dir hingegeben
Mit ächter Freundschaft Heldenmuth,
Mein inn'res wie mein äuß'res Leben,
Mich selbst befohlen meiner Huth,
Aus meines Herzens dunklem Stollen
Das reinste Gold dir dargereicht, -
Du hättest mich nicht täuschen sollen,
Es war zu leicht!

Auf dich und deine Treue bauend,
Die ohne Wanken ich geglaubt,
Hätt' ich in deinen Schooß, vertrauend,
Gebettet mein vervehmtes Haupt.
Und dieß der Lohn des liebevollen,
Des frommen Wahns, der jetzt entweicht? -
Du hättest mich nicht täuschen sollen,
Es war zu leicht!

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Rainer Maria Rilke


Abschied

Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.
Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes
grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,
das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,
zurückblieb, so als wärens alle Frauen
und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,
ein leise Weiterwinkendes –, schon kaum
erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,
von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.

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Friedrich Rückert

Die verworfene Liebe

Ich habe genug.
Lust, Flammen und Küsse
Sind giftig und süße
Und machen nicht klug.
Komm, selige Freiheit und dämpfe den Brand,
Der meinem Gemühte die Weißheit entwand.

Was hab ich getan!
Jetzt seh ich die Triebe
Der törichten Liebe
Vernünftiger an;
Ich breche die Fessel, ich löse mein Herz
Und hasse mit Vorsatz den zärtlichen Schmerz.

Was quält mich vor Reu?
Was stört mir vor Kummer
Den nächtlichen Schlummer?
Die Zeit ist vorbei.
O köstliches Kleinod, o teurer Verlust!
O hätt' ich die Falschheit nur eher gewusst!

Geh, Schönheit, und fleuch!
Die artigsten Blicke
Sind schmerzliche Stricke;
Ich merke den Streich.
Es lodern die Briefe, der Ring bricht entzwei
Und zeigt meiner Schönen: Nun leb ich recht frei.

Nun leb ich recht frei
Und schwöre von Herzen,
Dass Küssen und Scherzen
Ein Narrenspiel sei;
Denn wer sich verliebet, der ist wohl nicht klug.
Geh, falsche Syrene, ich habe genug!

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Adalbert Stifter

Abschied

Nun sind sie vorüber, jene Stunden,
Die der Himmel unsrer Liebe gab,
Schöne Kränze haben sie gebunden,
Manche Wonne floß mit ihnen ab.

Was der Augenblick geboren,
Schlang der Augenblick hinab,
Aber ewig bleibt es unverloren,
Was das Herz dem Herzen gab.


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