Sieh die Eulen, wie sie so schweigsam
Rasten, wie sie den Tag versäumen.
Reglos ruh'n sie. Was sie auf ihren
Hohen Türmen so tief nur träumen?
Goldne Schatten fliessen gelinde
Um die Mauern, und Bäume rauschen.
Leer und geschäftig hallt der Strassen
Lärm nach oben. Die Vögel lauschen.
Sollen sie fliehen? Doch den Äther
Kann das Gewühle nicht durchdringen,
Nicht die Weisen, die in der Stille
Reiner Zellen den Tag verbringen.
Aus der Helle stossen die schnellen
Falken und Segler auf sie nieder,
Doch sie sinken tiefer und tiefer
In den Flaum und weiches Gefieder.
Wie die seligen Götter achten
Sie der Schreier nicht, die gehässig
In der Luft sich wiegen. Sie sinnen
Müssig, blinzeln im Lichte lässig.
In der blauen und grauen Dämm'rung
Rüsten sie die Schwingen und heben
Sich bedächtig, rufen einander
Durch die Lüfte, eh sie entschweben.
Dann entschwinden sie. Nur die runden
Augen leuchten. Feurige Kreise
Ziehn im Dunkel. Doch ihre Flüge
Hört das Ohr nicht. Sie sind zu leise.
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