In Wort und Bild

- Aufs Eis gelegt -



 
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Singende Flügel
über dem Bodden Schatten -
im Eis schweigt ein Schwan

 

Heidi Damerius und Bertram Kottmann


 
       
         
 

Cherbel Dagher

Worte sind nicht nützlich,
sondern verbeugen sich

Ich näherte mich einem Weg,
der zu meinem Weg wurde,
als meine Hände sich ausdehnten
und die Blätter des Baumes
zu einem Heft
meiner fremden Vertrautheit banden.

Mein Zeichen liegt zwischen meinen Schritten,
nicht unter einem Stein,
der sanft in Vergessenheit ruht.

Die Worte kommen nicht an,
sondern laufen fort.

Meine Zeile wird nicht gerade,
bevor meine Sinne sich entspannen.

Aus dem Arabischen von ?


Quelle

     
                     
       


Emanuel Geibel

Nach des Siechtums langer Plage
Endlich diese lichten Tage,
Blauer Himmel, stiller See;
Rebenduft in sonn'gen Lüften,
Tannen über schwarzen Klüften,
Und von fern der Gletscher Schnee!
Ach, da kommt noch einmal wieder
Innig Wohlsein auf mich nieder,
Und im warmen Born der Lieder
Löst sich auch das letzte Weh.

 


Quelle

 

   
         
     
 

Nikolai Minski


Augenblicke

Die Welle, kaum erwacht, verrauscht am Strande,
Zur Sandbank treiben aufgerührte Sande,
Sekunde, die der Pendelschlag gebiert,
Sich schon im nächsten Pendelschlag verliert.

Als ich mit einem Liebeswort das Schweigen
Der dunkel angehäuften Jahre brach,
Da wagte sich die Welt verklärt zu zeigen -
Bis zu dem Niemals, das dein Auge sprach.

Aus dem Russischen von Hans Baumann

 

 
Georg Heym


Im kurzen Abend

Im kurzen Abend. Voll Wind ist die Stunde,
Und die Röte so tief und so winterlich klein.
Unsere Hand, die sich zagend gefunden,
Bald wird sie frieren und einsam sein.

Und die Sterne sind hoch in verblassenden Weiten
Wenige erst, auseinander gerückt.
Unsere Pfade sind dunkel, und Weiden breiten
Ihre Schatten darauf, in Trauer gebückt.

Schilf rauschet uns. Und die Irrwische scheinen,
Die wir ein dunkeles Schicksal erlost.
Behüte dein Herz, dann wird es nicht weinen
Unter dem fallenden Jahr ohne Trost.

Was dich schmerzet, ich sag es im Bösen.
Und uns quälet ein fremdes Wort.
Unsere Hände werden im Dunkel sich lösen,
Und mein Herz wird sein wie ein kahler Ort.