Marianne von Willemer
 

1784-1860

 
Suleika Hochbeglückt in deiner Liebe...

 
   

Suleika

Hochbeglückt in deiner Liebe
Schelt ich nicht Gelegenheit,
Ward sie auch an dir zum Diebe,
Wie mich solch ein Raub erfreut!

Und wozu denn auch berauben?
Gieb dich mir aus freyer Wahl;
Gar zu gerne möchte ich glauben –
Ja! ich bin's, die dich bestahl.

Was so willig du gegeben,
Bringt dir herrlichen Gewinn,
Meine Ruh, mein reiches Leben
Geb ich freudig, nimm es hin.

Scherze nicht! Nichts von Verarmen!
Macht uns nicht die Liebe reich?
Halt ich dich in meinen Armen,
Jedem Glück ist meines gleich.


Killy, Walther: Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart, München: Deutscher Taschenbuchverlag GmbH &Co. 2001
Quelle

   
     
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