Botschaft
Wehe, Lüftchen, lind und lieblich
Um die Wange der Geliebten,
Spiele zart in ihrer Locke,
Eile nicht, hinweg zu fliehn!
Tut sie dann vielleicht die Frage,
Wie es um mich Armen stehe,
Sprich: Unendlich war sein Wehe,
Höchst bedenklich seine Lage;
Aber jetzo kann er hoffen,
Wieder herrlich aufzuleben,
Denn du, Holde, denkst an ihn.
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Die Freiheit ist ein Meer
Und seine Fische Herzen;
Sie schwimmen ohne Schmerzen
Behaglich hin und her.
Doch diese Lust, wie Schade!
Ist von geringer Dauer;
Es wohnet am Gestade,
Es stehet auf der Lauer
Liebe, die Fischerin.
Sie fischt mit eignen Angeln;
Sie fischt mit Ambralocken;
Die purpurrothen Fischchen,
Sie kommen unerschrocken,
Sie lassen von der argen
Sich gar zu gerne locken,
Und eines um das andre
Ist ihrer List Gewinn
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Propheteneifer
Propheteneifer übermannte mich -
Weh' mir Unglücklichen! - in einer Theevisite.
Nie ohne den zeigt ein Prophete sich;
Doch er verträgt sich nicht mit Anstand und mit Sitte.
Wenn ein Jesaias käm',
Ein Jeremias Platz an uns'rer Tafel nähm',
Wenn die Ohren uns, in die verwöhnten,
Die indiskreten Schärfen,
Die zornigen Donner ihrer Rede tönten,
Man würde sie hinaus zur Thüre werfen.
[1856]
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