Celander
(ungeklärtes Pseudonym)
16./17.Jhd.
 
Als er ihre Brüste küßte... Blondine deiner Brüste Kuß...
Auf ihre Brüste... Was darffst du...

Auf ihre Hände und Brüste

Zarte Händ und weisse Bietzgen können...
   

Als er ihre Brüste küßte

Blondine deiner Brüste Kuß /
Hegt mehr von süssen Uberfluß
    Als tausend Zucker=Fladen
    Und theure Marmeladen
Mehr Süssigkeit quilt aus dem Schnee
Der Brüste / als aus Hyblens Klee /
    Die Feige wird zur Schleen
    Kein Honig kan bestehen /
Daß nicht zu Gall und Wermuth wird
Wenn es der Brust wird beygeführt.
    Der Wein wird schlechte Pfütze
    Das Manna Haber Grütze /
Dem Ambrosin und Nectar Safft
Benimmt dein Busen alle Krafft
    Dein unbefleckte Brüste
    Die Zinsen Himmels=Lüste.

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Auf ihre Brüste

Was darffst du, Lesbia, so schrecklich auf mich fluchen,
Will meine lincke Hand die zarten Bietzgen suchen.
Die runden Dinger sind der rechten Liebe Glut,
Was Wunder, daß mein Geist darnach so brünstig thut?
Du pflegst den Flöhen ja dasselbe zuzulassen,
Weswegen wilst du denn darumb mich Armen hassen?
Wenn mein Verlangen auch das weiche Paar begehrt,
Bin ich denn nicht so viel als jene Springer werth?
So laß doch meine Faust mit diesen Ballen thalen,
Ich will auf solche dir viel tausend Küsse zahlen,
Ihr feuriger Rubin flößt mir die Sehnsucht ein,
Drumb will ich gar zu gern auf ihren Bergen seyn.
Ach! Stosse mich nur nicht von deren rothen Spitzen,
Sonst möcht ich dich vielleicht mit einem Pfriemgen ritzen,
Und zwar an einem Ort, den man weit zärter nennt,
Dahin du keinem noch zu stechen je vergönnt.

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Auf ihre Hände und Brüste

Zarte Händ und weisse Bietzgen können
unser Hertz entzücken,
Und bey süßen Liebes-Küssen schmeckt man
freudiges Erquicken,
Also wirst du, werther Engel, mir nicht
länger widerstreben,
Will mein Mund auf diese Ballen dir ein
Sanfftes Schmätzgen geben,
Denn die beyden schönen Stücke sind bey dir,
mein Kind, zu finden,
Darumb ließ ich mich aus Sehnsucht (dürfft
ich) auf dein Leibgen binden.

 

   
     
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