Walter A. Aue
 
*1935, Wien

Homepage:
http://myweb.dal.ca/waue/index.html

 

 

Das Betthupferl Schickt die Liebste mir...
   
Übersetzungen:  
   
Anton Wildgans: I liebe I love
Emily Dickinson: Hope is the thing with feathers Die Hoffnung ist das Federding
   

Das Betthupferl


Schickt die Liebste mir den Schnupfen,
musz ich in das Betterl hupfen.

Unterm Deckerl, meine Triebe
schicken meiner Liebsten Liebe:
Schnupfen, rueckbezahlt mit Zinsen,
treibt zwar Liebe in die Binsen,

doch, verschnupft gehupft im Bette,
jedermann gern Schnupfen haette!

Denn, ob mit, ob ohne Liebe,
Schnupfen treibt die Lebenstriebe
und, geniest oder genossen,
Triebe treiben ihre Sprossen!

Drum, ob Lieb, ob Schnupfens Beute,
Betterlhupfen d'Leut noch heute.

[Mit 'unverschnupfter' Genehmigung des Autors und mitheilender Essenz von Owlerl]

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Anton Wildgans

Ich liebe:

Die Landschaft, so das Auge stillt
Und weher Seele Ruhe quillt;

Die Menschen, die, in sich gefaßt,
Wie Inseln sind in Lebenshast;

Den Geist aus Stirnen, braungeglüht,
Der klar, wie Quell vom Felsen, sprüht;

Mich selbst, wenn ich gefaßt im Sinn,
Gestillt und klar, ich selber bin.


Übersetzung von Walter A.Aue

I love:

the countryside that fills my eyes
and stills my spirit's anguished cries;

the persons, in their mind's embrace,
that stand like isles in mankind's chase;

the intellect that reason bings,
like water clear from rockface springs;

and me, when I, my mind all free
and calm and clear, myself can be.

 

     
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Emily Dickinson

Hope is the thing with feathers

Hope is the thing with feathers
That perches in the soul,
And sings the tune without the words,
And never stops at all,

And sweetest in the gale is heard;
And sore must be the storm
That could abash the little bird
That kept so many warm.

I 've heard it in the chillest land,
And on the strangest sea;
Yet, never, in extremity,
It asked a crumb of me.

 


Übersetzung von Walter A.Aue

Die Hoffnung ist das Federding

Die Hoffnung ist das Federding,
das in der Seel' sich birgt
und Weisen ohne Worte singt
und niemals müde wird.

Am süß'ten klingt es in den Bö'n -
und schlimm der Sturm der kränkt
und Schaden bringt dem Vögelchen,
das soviel Wärme schenkt.

Ich hab's auf fremd'ster See gehört
und auf der kält'sten Flur;
doch nie hat's in Gefahr begehrt
von mir ein Körnchen nur.