Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(eigtl. Johann Erasmus Freiherr von Abschatz )

Ps. Hans Erasmus Aßmann
 
    4.2.1646, Würbitz - 22.4.1699, Liegnitz
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Abschied von gutten Freunden Was soll die trunckne Feder...
An ihre Augen Ich bin kein Adler nicht...
Sie seuffzten beide Du pflegest Dich gantz laut...
Könnte man für Liebe sterben Könnte man für Liebe sterben...

 

 

 

 

 

 

 

     


Abschied von gutten Freunden

Was soll die trunckne Feder schreiben?
Was aus des Hertzens Grunde quillt/
Worzu mich Lieb und Treue treiben/
Die Oder/ Mayn und Rhein beständigst unterhilt.

Nimm an diß Denckmahl meiner Hände
Du treue Freund- und Brüderschafft/
Der ich zu Diensten mich verpfände
So lang in diesem Leib ein Lebens-Athem hafft.

Der Brauch der Welt ist viel zu sagen/
Ich schweige was ich leiden muß:
Du kanst mein Hertz in deinem fragen/
Ob ich befreyet sey von Schmertzen und Verdruß.

Doch weil es so der Himmel schicket/
So müssen wir zufrieden seyn;
Wer weiß noch wo es uns gelücket/
Daß wir uns hier und dar zusammen finden ein.

Indessen leb in Lust und Freuden/
Du meiner Seelen halbes Theil/
Auff kurtzer Zeit betrübtes Scheiden
Folgt mit dem Wieder-sehn erwünschtes Glück und Heyl.


Quelle

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An ihre Augen

Ich bin kein Adler nicht/ der deiner Sonnen Blincken/
Der deiner Wangen Glantz kan schauen unverwandt.
Wann deiner Augen Glutt in meinen widerstralt/
Und ihrer Flammen Schein auff meine Wangen mahlt/
So müssen sie beschämt zur Erde niedersincken;
Doch aber will ich nicht der scheuen Eule gleichen/
Die vor des Tages Zier erwehlt die braune Nacht;
Ich eile nach dem Feur/ das mich zu Asche macht
Verdirbt die Mücke gleich durch selbst-gesuchten Brand/
Der edle Phönix wird doch eben so zur Leichen.


Quelle

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Sie seuffzten beide

Du pflegest Dich gantz laut / ich heimlich zu beklagen /
Die Seuffzer sind gemein bey dir und mir / mein Kind:
Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind /
von deinen weiß ich nichts zu sagen.
Ein Ander mag uns Neyd um unsre Seuffzer tragen:
Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind.
Wohin die deinen gehn / mein allerliebstes Kind /
Da weiß ich nichts / und will nichts sagen.


[1704]


Quelle

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Könnte man für Liebe sterben

Könnte man für Liebe sterben
wär ich längstens kalt und todt
Sollte sie ein Feuer heissen
wär ich längstens Asch und Koth:
Doch ist sie kein Tod zu nennen
woher fühl ich solche Schmerzen?
Und ist sie kein brennend Feuer
was kocht so in meinem Herzen?

 

   
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